Nach der Beantwortung eines Kommentars kam mir ein gänzlich anderer Gedanke. Nämlich der zur ehemaligen Gartenstruktur. Das kam zufällig, weil mir in diesem Zusammenhang aufgefallen ist, daß´der zweithäufigste gelesene Artikel dieser ist.
Da schrieb ich von ehemaligen Bäumen im Garten und so. Zum Thema Bäume ist mir immernoch ein Gedanke präsent, den ich seit ein paar Jahren habe.
Obwohl eine Landesgartenschau eher hier thematisch aufgehoben ist, möchte ich sie in diesem Blog erwähnen. Die Laga in Burg (bei Magdeburg, für die Bahnfahrer). Das war eigentlich gar keine Laga, eine Lachnummer und Armutszeugnis - im wahrsten Wortsinn - für die Landesregierung, aber das nur am Rande. Mir fiel dort etwas ganz besonders auf, was ich zuvor schon bei vielen neu erschlossenen Gebieten beobachtet hatte.
Nämlich, daß die gepflanzten Allee-Bäume eigentlich viel zu dicht stehen. Dieses Bild erschließt sich einem, wenn man auch ausgewachsene Bäume kennt, die eine Menschengenaration eher als Zeitwitz betrachten.
Ich fand das schon immer schade, daß nie auf spätere (Menschen-)Generationen Rücksicht genommen wird. Es sieht ausnahmslos immer nur schick mit ganz jungen Bäumen aus.
Diesen Gedanken hatte ich nach meinem Laga-Besuch einem Freund gegenüber geäußert. Seine ernüchternde Antwort war, daß Linné wohl der letzte war, der sich Gedanken darüber gemacht hat, wie ein Baum in hundert Jahren aussieht.
Das ist wohl tatsächlich so. Ich finde das schade. Auch aus einem anderen Grund. Und der zieht meine Gedanken wieder in den eigenen Garten.
Als ich ein kleines Kind war, mußte der Garten offensichtlich zwei Aufgaben erfüllen. Zum einen den Nutzgarten für die Selbstversorgung, zum anderen aber auch den ebenso benötigten Obstgarten, auch für die Selbstversorgung, weil die eigentliche Obstwiese durch die Kommunisten einfach enteignet (und abgeholzt) wurde. Somit wurden im Garten sehr viele Obstbäume gleichzeitig gepflanzt. Die Folge daraus habe ich dann, Generationen später, schmerzlich erfahren. Es starben einfach fast alle Apfelbäume binnen einiger Jahre komplett ab, weil sie auch gleichzeitig gepflanzt wurden.
Das ist es, was ich damit mitteilen möchte. Bei Bäumen darf man nie nur die eigene Vergänglichkeit berücksichtigen. Man sollte auch nachfolgende Generationen berücksichtigen.
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Sonntag, 7. Juni 2020
Montag, 5. Dezember 2011
Webfund: Tag des Bodens
Für urbane Gesellschaften ist es leider schon eine abstrakte Vorstellung. Aber Grundlage unseres Lebens ist in erster Linie ein intakter Boden. Um daran zu erinnern, gibt es den Tag des Bodens, den 5. Dezember. Und um darauf aufmerksam zu machen, gibt es einen interessanten Blogbeitrag.
>> Weltbodentag
>> Weltbodentag
Mittwoch, 4. Mai 2011
Lesestunde - Humuskatechismus aktueller denn je
Humus, Bodenleben und Fruchtbarkeit / Annie Francé-Harrar
Das Buch von Annie Francé-Harrar ist mehrfach lesenswert. Zum einen als Grundlagenlektüre, als Einführung in die Welt der Böden, der Geologie, der Entstehung des Bodens und des eigenen Kosmos' der Bodenlebewesen. Weitgehend durch aufmerksame Beobachtung, weltweit gesammelt, und auch durch akribische Forscherarbeit hat sie ein umfassendes Bild unserer Böden in ihrer Gesamtbetrachtung zusammengetragen.
Gleichzeitig ist dieses Buch aber auch ein kleiner Abriß der bisherigen Arbeit der Autorin. In weltweiten Projekten hat sie sich der natürlichen Bodenverbesserung verschrieben. Sie beschreibt, wie sie die Ausgangssituation analysiert und Rückschlüsse sowohl durch ihre eigenen bisherigen Beobachtungen als auch durch die Forschungsergebnisse ihres Ehemannes, Raoul H. Francé, aus der Welt der Bodenlebewesen zieht, um eine Lösung herzuleiten.
Lesenswert ist das Buch auch aus einem anderen Grund. Geschrieben in den 60er Jahren, basierend auf Beobachtungen und Forschungen aus den davorigen 30 Jahren, beschreibt Annie Francé-Harrar in fast schon beunruhigender Weise heutzutage, über ein viertel Jahrhundert später, aktuelle Themen wie Klimaveränderung, Globalisierungsfolgen, Umwewltprobleme durch Verstädterung und Industrialisierung. Man nimmt ihr ohne Zweifel ab, daß sie sich zumindest auf ihrem Gebiet den Herausforderungen stellt, nach Möglichkeiten der vernünftigen, natürlichen, Stoffrückführung in die Böden sucht und die ganz offensichtlich bereits vor fast 100 Jahren existierenden Probleme der Bodenausbeutung stellt. Unter diesem Aspekt gelesen ist dieses Buch aktueller denn je! Selbst wer sich nicht für Geologie und Mikrobiologie interessiert, sollte dieses Buch unter genau diesem Aspekt lesen. Ein unbedingter Tip.
Ein weiterer Grund, dieses Buch zu empfehlen, ist die Tatsache, daß man es ein drittes Mal lesen kann, um es dann nicht mehr so sehr als einführende Sachbuchlektüre zu betrachten, sondern es schlicht durchzuarbeiten. Viele Tips für einen natürlichen Humusaufbau aber auch handfeste Anleitungen für die Kompostierung von Abfällen werden gegeben. Zwar fallen immer wieder, fast - in Neudeutsch - marketingtechnisch platzierte - Hinweise auf die von der Autorin entwickelten Impfstoffe für die Kompostierung, aber auch so ist es eine nachdenkenswerte Anleitung, wie ein unnatürliches, aber menschlich zwangsläufiges, Großaufkommen organischer Abfälle sinnvoll wieder in den natürlichen Kreislauf eingebracht werden können.
Ein kleiner, sehr subjektiver, Eindruck sei mir noch gestattet. Annie Francé-Harrar hat sich ihren mädchenhaften ungezwungenen Schreibstil, ähnlich einer Anne Frank oder Mary Shelley, erhalten; manch einen unterhält dies, manch anderen nervt das. Dies ist mir zumindest bei den geologischen Ausführungen, die ich bereits durch ein frühes Hobby und aus anderen Fachbüchern kannte, aufgefallen. Aber für ein Sachbuch ist das wohl mehr als unerheblich.
Das Buch von Annie Francé-Harrar ist mehrfach lesenswert. Zum einen als Grundlagenlektüre, als Einführung in die Welt der Böden, der Geologie, der Entstehung des Bodens und des eigenen Kosmos' der Bodenlebewesen. Weitgehend durch aufmerksame Beobachtung, weltweit gesammelt, und auch durch akribische Forscherarbeit hat sie ein umfassendes Bild unserer Böden in ihrer Gesamtbetrachtung zusammengetragen.
Gleichzeitig ist dieses Buch aber auch ein kleiner Abriß der bisherigen Arbeit der Autorin. In weltweiten Projekten hat sie sich der natürlichen Bodenverbesserung verschrieben. Sie beschreibt, wie sie die Ausgangssituation analysiert und Rückschlüsse sowohl durch ihre eigenen bisherigen Beobachtungen als auch durch die Forschungsergebnisse ihres Ehemannes, Raoul H. Francé, aus der Welt der Bodenlebewesen zieht, um eine Lösung herzuleiten.
Lesenswert ist das Buch auch aus einem anderen Grund. Geschrieben in den 60er Jahren, basierend auf Beobachtungen und Forschungen aus den davorigen 30 Jahren, beschreibt Annie Francé-Harrar in fast schon beunruhigender Weise heutzutage, über ein viertel Jahrhundert später, aktuelle Themen wie Klimaveränderung, Globalisierungsfolgen, Umwewltprobleme durch Verstädterung und Industrialisierung. Man nimmt ihr ohne Zweifel ab, daß sie sich zumindest auf ihrem Gebiet den Herausforderungen stellt, nach Möglichkeiten der vernünftigen, natürlichen, Stoffrückführung in die Böden sucht und die ganz offensichtlich bereits vor fast 100 Jahren existierenden Probleme der Bodenausbeutung stellt. Unter diesem Aspekt gelesen ist dieses Buch aktueller denn je! Selbst wer sich nicht für Geologie und Mikrobiologie interessiert, sollte dieses Buch unter genau diesem Aspekt lesen. Ein unbedingter Tip.
Ein weiterer Grund, dieses Buch zu empfehlen, ist die Tatsache, daß man es ein drittes Mal lesen kann, um es dann nicht mehr so sehr als einführende Sachbuchlektüre zu betrachten, sondern es schlicht durchzuarbeiten. Viele Tips für einen natürlichen Humusaufbau aber auch handfeste Anleitungen für die Kompostierung von Abfällen werden gegeben. Zwar fallen immer wieder, fast - in Neudeutsch - marketingtechnisch platzierte - Hinweise auf die von der Autorin entwickelten Impfstoffe für die Kompostierung, aber auch so ist es eine nachdenkenswerte Anleitung, wie ein unnatürliches, aber menschlich zwangsläufiges, Großaufkommen organischer Abfälle sinnvoll wieder in den natürlichen Kreislauf eingebracht werden können.
Ein kleiner, sehr subjektiver, Eindruck sei mir noch gestattet. Annie Francé-Harrar hat sich ihren mädchenhaften ungezwungenen Schreibstil, ähnlich einer Anne Frank oder Mary Shelley, erhalten; manch einen unterhält dies, manch anderen nervt das. Dies ist mir zumindest bei den geologischen Ausführungen, die ich bereits durch ein frühes Hobby und aus anderen Fachbüchern kannte, aufgefallen. Aber für ein Sachbuch ist das wohl mehr als unerheblich.
Donnerstag, 21. Oktober 2010
Webfund: Nährstoffkreisläufe und Bodenfruchtbarkeit
Bemerkenswerte Ergebnisse, Schlußfolgerungen und eine klare Meinung. Außerordentlich lesenswert für jeden Landwirt und/oder Gärtner mit Nutzgarten.
Sepp Braun Biolandbauer:
>> Nährstoffkreisläufe und Bodenfruchtbarkeit - Erfahrungen aus der Praxis
Sepp Braun Biolandbauer:
>> Nährstoffkreisläufe und Bodenfruchtbarkeit - Erfahrungen aus der Praxis
Montag, 27. September 2010
Webfund: Bodenmüdigkeit
"Bodenmüdigkeit ist der nach wiederholtem Anbau einer bestimmten Pflanzengruppe eintretende Verlust der Eignung des Bodens, Pflanzen dieser Gruppe ein normales Wachstum zu ermöglichen.
Bei Obstgehölzen:
die Internodien sind gestaucht,
Kronenaustriebe sind schwach,
Stammausschläge sind kräftig entwickelt,
die Wurzelspitzen sind keulenartig verdickt.
Diese Symptome verlieren sich nach Umpflanzung auf gesunden Boden.
Baumschulen benötigen zur Anzucht von Obstbäumen immer frischen Boden.
Es gibt verschiedene Theorien:
Organismentheorie -
Mikrooganismen, Nematoden (ackerbaulich bei Fruchtfolgen sehr bedeutsam)
Toxintheorie -
im Wurzelhorizont kommt es zur Anhäufung giftig wirkender Stoffe (wird obstbaulich favorisiert)
Die Obstarten und Unterlagen sind unterschiedlich empfindlich,
Sortenunterschiede wurden nicht nachgewiesen.
Kernobst, Pfirsich, Kirsche - direkter Nachbau nicht vor 20 Jahren,
Aprikose, Mandel Pflaumen - direkter Nachbau nicht vor 4 - 5 Jahren,
Kern- nach Steinobst und umgekehrt ist nach Rodung meistens möglich.
2008 gab es eine Fachtagung zur Etablierung von Obstgehölzen in der freien Landschaft in Müncheberg, wo u.a. über den Nährstoffverbrauch der Vorkulturen, auch Obstgehölze, berichtet wurde.
In Müncheberg (ZALF) gibt es Versuche und Obstanbau mit Substratkulturen als Damm,
(Kiefernhackschnitzel mit Gesteinsmehl und Tröpfchenbewässerung),
weiterhin gibt es Versuche mit Unterlagen (Ebereschen ...),
gegen Nachbauprobleme.
Quellen:
- Tagungsberichte aus Müncheberg (LVLF und Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg)
- Obstbau, Kramer, Schuricht, Friedrich (1975)"
>> Apfelmann/forum.planten.de
Bei Obstgehölzen:
die Internodien sind gestaucht,
Kronenaustriebe sind schwach,
Stammausschläge sind kräftig entwickelt,
die Wurzelspitzen sind keulenartig verdickt.
Diese Symptome verlieren sich nach Umpflanzung auf gesunden Boden.
Baumschulen benötigen zur Anzucht von Obstbäumen immer frischen Boden.
Es gibt verschiedene Theorien:
Organismentheorie -
Mikrooganismen, Nematoden (ackerbaulich bei Fruchtfolgen sehr bedeutsam)
Toxintheorie -
im Wurzelhorizont kommt es zur Anhäufung giftig wirkender Stoffe (wird obstbaulich favorisiert)
Die Obstarten und Unterlagen sind unterschiedlich empfindlich,
Sortenunterschiede wurden nicht nachgewiesen.
Kernobst, Pfirsich, Kirsche - direkter Nachbau nicht vor 20 Jahren,
Aprikose, Mandel Pflaumen - direkter Nachbau nicht vor 4 - 5 Jahren,
Kern- nach Steinobst und umgekehrt ist nach Rodung meistens möglich.
2008 gab es eine Fachtagung zur Etablierung von Obstgehölzen in der freien Landschaft in Müncheberg, wo u.a. über den Nährstoffverbrauch der Vorkulturen, auch Obstgehölze, berichtet wurde.
In Müncheberg (ZALF) gibt es Versuche und Obstanbau mit Substratkulturen als Damm,
(Kiefernhackschnitzel mit Gesteinsmehl und Tröpfchenbewässerung),
weiterhin gibt es Versuche mit Unterlagen (Ebereschen ...),
gegen Nachbauprobleme.
Quellen:
- Tagungsberichte aus Müncheberg (LVLF und Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg)
- Obstbau, Kramer, Schuricht, Friedrich (1975)"
>> Apfelmann/forum.planten.de
Mittwoch, 22. September 2010
Bodenverbesserung - Traditionsbruch mit Geduld
das ging mir schon vor längerer Zeit mal durch den Kopf...
Klassische Bearbeitung
Noch vor meiner Zeit war der (mein) Garten ein reiner Nutzgarten. Ein Jahrhundert lang wurde ganz klassisch bestellt und bearbeitet. Der Garten wurde vollständig umgegraben. Für Frühaussaaten bereits im Herbst. Es wurde Mist untergegraben und die groben Schollen lagen den Winter über und wurden durch Frost und Tau kleingebrochen. Der andere Gartenteil, meist für Spätaussaaten, wurde im Frühjahr umgegraben, teilweise auch mit Mist, geeggt und geharkt. Einige Pflanzen haben auch mineralischen Dünger erhalten. Also im Prinzip landwirtschaftliche biologisch-dynamische Bearbeitung im Kleinformat.
Ohne Dünger geht nichts
Mein einer Nachbar wirtschaftet noch immer so. Er hat gute Erträge. Aber das würde wohl nicht so funktionieren, wenn er nicht regelmäßig Jahr für Jahr die verschiedensten Mineraldünger aufbringt. Der Boden ist nur Substrat.
Fruchtfolge reicht nicht
Es gab schon immer Stellen im Garten, die weniger ertragreich waren als andere. Stallmist und Mineraldünger haben vermutlich nur dazu beigetragen, daß die Pflanzenversorgung nicht schlechter wurde im Laufe der Jahre.
Dann lag der Garten zwei Jahre vollständig brach. Mannshohes Unkraut im gesamten Garten. Als ich dann begonnen habe, Gemüsefelder zu erschließen, war es sehr aufwändig. Ich habe sehr schnell bemerkt, daß es erhebliche Unterschiede in den von mir ausgewählten, nicht zusammenhängenden Bereichen gab. Überall habe ich gleich gewirtschaftet: Kompost untergearbeitet, Starkzehrer, im Folgejahr mit Holzasche(*) gedüngt, Mittelzehrer und im dritten Jahr Schwachzehrer/Leguminosen bzw. Gründüngung. Dann wieder von vorn. Aber ich wollte nicht jedes Jahr alles immer wieder umgraben. Ich habe nur noch gegrubbert und gehackt. Mir war dabei klar, daß es eine Weile dauert, bis ich durch den Kompost den Boden etwas verändere. Es gab auch weiterhin Ertragsunterschiede zwischen einzelnen Feldern.
Veränderung zeigt Wirkung
Doch dann fiel mir bei einem Feld auf, daß irgend etwas mit dem Boden zusätzlich nicht stimmen kann. Die Kartoffeln dort waren schorfig, ein Jahr später waren die Möhren zu über 50% Matsch (im Boden!). Das hat mich richtig geärgert. Im darauffolgenden Jahr habe ich dieses Feld nicht mehr genutzt. Alles Unkraut, was im Garten anfiel, habe ich dort abgelegt. Ab und an habe ich es beiseite geschoben und gegrubbert um das dort aufgehende Unkraut nicht weiter wachsen zu lassen. Im zweiten Jahr lag noch immer eine schon etwas kleiner gewordene Schicht des Unkrautmulchs darauf, aber ich brauchte schon nicht mehr so häufig grubbern. Im dritten Jahr habe ich Bohnen gelegt. Die brauchen keine tief lockere Erde und sind obendrein Stickstoffsammler (Leguminosen). Das alles hat tatsächlich geholfen. Ich konnte wieder Kartoffeln anbauen, ohne daß sie schorfig wurden. Diese Erkenntnis hat mich nicht wirklich überrascht, aber doch meine Einstellung geändert.
Es ist ja meist so. Auch wenn man etwas liest, ist es viel nachhaltiger, wenn man es selbst beobachten kann und erlebt. Seit dem bleibt das gehackte oder gejätete Unkraut einfach liegen und landet nicht mehr bei den Hühnern oder im Kompost. Erstaunlicherweise verstehen das einige Leute nicht, die den Garten sehen und vielleicht noch die "klassische" Bewirtschaftung im Kopf haben.
Mulchen ist nicht gleich mulchen
... das habe ich inzwischen auch schon irgendwo gelesen. Manche machen daraus sogar recht spitzfindige Wortklaubereien. Aber im Prinzip haben sie ja Recht. Rindenmulch zum Beispiel legt man aus, um den Boden vollständig zu bedecken, ihn vor zu schnellem Austrocknen zu schützen und Unkraut zu unterdrücken. Die Unkräuter oder andere Pflanzenreste einfach auf dem Boden locker liegenzulassen ist keine vollständige Abdeckung des Bodens. Manche nennen das Boden füttern. Ich warte lieber noch, bis sich jemand dafür ein schönes Wort ausdenkt. Ich nenne es leichtes Mulchen. Und das hilft wirklich.
Kleinexperiment bringt Bestätigung
Daß der Erfolg mir Recht gibt, zeigt auch mein diesjähriges Kleinexperiment. Ich habe ein ehemaliges Spargelfeld, reiner Sand, völlig ausgemergelt, zweigeteilt. Auf der einen Hälfte habe ich zentimeterdick Kompost aufgetragen und nur ganz leicht eingearbeitet. Die Gurken, die dort dieses Jahr gewachsen sind, fanden das offensichtlich klasse. So viele Gurken hatte ich noch nie. Auch Unkraut ist zumindest in diesem Jahr dort so gut wie garnicht aufgegangen. Aber im Grunde habe ich nur eine neue Schicht Erde aufgeschüttet. Darunter war der alte Boden noch knüppelhart. Das hatte ich bemerkt, als ich die unterschiedlich dicht aufgegangenen Gurken versetzen wollte. In die Kompostschicht bin ich mit dem Finger sehr leicht gekommen. Darunter wurde es sehr schwierig, knüppelhart eben.
Die zweite Hälfte des Feldes habe ich so gelassen. Ich habe einige Selbstaussäer aus anderen Gartenteilen zusammengesammelt und bunt durcheinander gepflanzt. Mangold, Dill, Pflücksalat, Sonnenblume, Ringelblume. Dazwischen habe ich Tomaten, Radieschen und Rote Beete gepflanzt bzw. gesät. Dann habe ich die Zwischenräume ganz leicht mit Rasenschnitt belegt. Immer wieder. Und immer nur ganz leicht. Das aufgehende Unkraut wurde herausgezogen und abgelegt. Der erste Rasenschnitt, den ich aufgelegt hatte, vertrocknete und lag sehr lange. Im Laufe der Zeit verschwand der neu abgelegte Rasenschnitt dann schneller. Ab und an habe ich mit Brennesseljauche gegossen. Und der Boden ist tatsächlich schon ganz leicht - an der Oberfläche - krümeliger und nicht mehr so hart. Bis auf den Mangold, der arge Schwierigkeiten hat, scheinen auch alle Pflanzen ganz gut klarzukommen. Eine Riesenernte hatte ich nicht, aber ich habe den Eindruck, was ich mit einer dicken Kompostschicht erreicht habe, erreiche ich in einigen Jahren auch mit leichtem Mulchen.
Geduld und Traditionsbruch
Auch wenn man natürlich an verschiedenen Stellen liest, wie gut und nützlich leichtes Mulchen ist, so ist es doch schon schön, wenn man das selbst erlebt. Und wenn man kleine Veränderungen selbst bemerkt, erkennt man auch, daß Veränderungen nicht schnell wirken können, wenn sie nachhaltig sind. Die einzige "Schwierigkeit" besteht eigentlich nur darin, dies anderen zu erklären. Doch das ist wohl häufig so, wenn mit einer Tradition gebrochen wird. Weitergabe von Erfahrung wird erst (wieder) Tradition, wenn sich die Erkenntnis in der Menge verbreitet hat. Ich beziehe mich dabei mit ein.
* Nachtrag
Es bleibt nicht aus, daß beim Düngen mit der Holzasche auch kleinere Stückchen Holzkohle mit in den Boden eingearbeitet werden. Diese wurden im Laufe der Jahre kleiner (vermutlich durch die Wintererosion) und ich bemerkte auch, daß sich an den kleinen Holzkohlestückchen Erde verklebte und der Boden insgesamt etwas feuchter erschien. Dies hatte ich aber eher so am Rande registriert, ohne daß ich damals daraus sofort weitere Schlüsse gezogen hatte.
Klassische Bearbeitung
Noch vor meiner Zeit war der (mein) Garten ein reiner Nutzgarten. Ein Jahrhundert lang wurde ganz klassisch bestellt und bearbeitet. Der Garten wurde vollständig umgegraben. Für Frühaussaaten bereits im Herbst. Es wurde Mist untergegraben und die groben Schollen lagen den Winter über und wurden durch Frost und Tau kleingebrochen. Der andere Gartenteil, meist für Spätaussaaten, wurde im Frühjahr umgegraben, teilweise auch mit Mist, geeggt und geharkt. Einige Pflanzen haben auch mineralischen Dünger erhalten. Also im Prinzip landwirtschaftliche biologisch-dynamische Bearbeitung im Kleinformat.
Ohne Dünger geht nichts
Mein einer Nachbar wirtschaftet noch immer so. Er hat gute Erträge. Aber das würde wohl nicht so funktionieren, wenn er nicht regelmäßig Jahr für Jahr die verschiedensten Mineraldünger aufbringt. Der Boden ist nur Substrat.
Fruchtfolge reicht nicht
Es gab schon immer Stellen im Garten, die weniger ertragreich waren als andere. Stallmist und Mineraldünger haben vermutlich nur dazu beigetragen, daß die Pflanzenversorgung nicht schlechter wurde im Laufe der Jahre.
Dann lag der Garten zwei Jahre vollständig brach. Mannshohes Unkraut im gesamten Garten. Als ich dann begonnen habe, Gemüsefelder zu erschließen, war es sehr aufwändig. Ich habe sehr schnell bemerkt, daß es erhebliche Unterschiede in den von mir ausgewählten, nicht zusammenhängenden Bereichen gab. Überall habe ich gleich gewirtschaftet: Kompost untergearbeitet, Starkzehrer, im Folgejahr mit Holzasche(*) gedüngt, Mittelzehrer und im dritten Jahr Schwachzehrer/Leguminosen bzw. Gründüngung. Dann wieder von vorn. Aber ich wollte nicht jedes Jahr alles immer wieder umgraben. Ich habe nur noch gegrubbert und gehackt. Mir war dabei klar, daß es eine Weile dauert, bis ich durch den Kompost den Boden etwas verändere. Es gab auch weiterhin Ertragsunterschiede zwischen einzelnen Feldern.
Veränderung zeigt Wirkung
Doch dann fiel mir bei einem Feld auf, daß irgend etwas mit dem Boden zusätzlich nicht stimmen kann. Die Kartoffeln dort waren schorfig, ein Jahr später waren die Möhren zu über 50% Matsch (im Boden!). Das hat mich richtig geärgert. Im darauffolgenden Jahr habe ich dieses Feld nicht mehr genutzt. Alles Unkraut, was im Garten anfiel, habe ich dort abgelegt. Ab und an habe ich es beiseite geschoben und gegrubbert um das dort aufgehende Unkraut nicht weiter wachsen zu lassen. Im zweiten Jahr lag noch immer eine schon etwas kleiner gewordene Schicht des Unkrautmulchs darauf, aber ich brauchte schon nicht mehr so häufig grubbern. Im dritten Jahr habe ich Bohnen gelegt. Die brauchen keine tief lockere Erde und sind obendrein Stickstoffsammler (Leguminosen). Das alles hat tatsächlich geholfen. Ich konnte wieder Kartoffeln anbauen, ohne daß sie schorfig wurden. Diese Erkenntnis hat mich nicht wirklich überrascht, aber doch meine Einstellung geändert.
Es ist ja meist so. Auch wenn man etwas liest, ist es viel nachhaltiger, wenn man es selbst beobachten kann und erlebt. Seit dem bleibt das gehackte oder gejätete Unkraut einfach liegen und landet nicht mehr bei den Hühnern oder im Kompost. Erstaunlicherweise verstehen das einige Leute nicht, die den Garten sehen und vielleicht noch die "klassische" Bewirtschaftung im Kopf haben.
Mulchen ist nicht gleich mulchen
... das habe ich inzwischen auch schon irgendwo gelesen. Manche machen daraus sogar recht spitzfindige Wortklaubereien. Aber im Prinzip haben sie ja Recht. Rindenmulch zum Beispiel legt man aus, um den Boden vollständig zu bedecken, ihn vor zu schnellem Austrocknen zu schützen und Unkraut zu unterdrücken. Die Unkräuter oder andere Pflanzenreste einfach auf dem Boden locker liegenzulassen ist keine vollständige Abdeckung des Bodens. Manche nennen das Boden füttern. Ich warte lieber noch, bis sich jemand dafür ein schönes Wort ausdenkt. Ich nenne es leichtes Mulchen. Und das hilft wirklich.
Kleinexperiment bringt Bestätigung
Daß der Erfolg mir Recht gibt, zeigt auch mein diesjähriges Kleinexperiment. Ich habe ein ehemaliges Spargelfeld, reiner Sand, völlig ausgemergelt, zweigeteilt. Auf der einen Hälfte habe ich zentimeterdick Kompost aufgetragen und nur ganz leicht eingearbeitet. Die Gurken, die dort dieses Jahr gewachsen sind, fanden das offensichtlich klasse. So viele Gurken hatte ich noch nie. Auch Unkraut ist zumindest in diesem Jahr dort so gut wie garnicht aufgegangen. Aber im Grunde habe ich nur eine neue Schicht Erde aufgeschüttet. Darunter war der alte Boden noch knüppelhart. Das hatte ich bemerkt, als ich die unterschiedlich dicht aufgegangenen Gurken versetzen wollte. In die Kompostschicht bin ich mit dem Finger sehr leicht gekommen. Darunter wurde es sehr schwierig, knüppelhart eben.
Die zweite Hälfte des Feldes habe ich so gelassen. Ich habe einige Selbstaussäer aus anderen Gartenteilen zusammengesammelt und bunt durcheinander gepflanzt. Mangold, Dill, Pflücksalat, Sonnenblume, Ringelblume. Dazwischen habe ich Tomaten, Radieschen und Rote Beete gepflanzt bzw. gesät. Dann habe ich die Zwischenräume ganz leicht mit Rasenschnitt belegt. Immer wieder. Und immer nur ganz leicht. Das aufgehende Unkraut wurde herausgezogen und abgelegt. Der erste Rasenschnitt, den ich aufgelegt hatte, vertrocknete und lag sehr lange. Im Laufe der Zeit verschwand der neu abgelegte Rasenschnitt dann schneller. Ab und an habe ich mit Brennesseljauche gegossen. Und der Boden ist tatsächlich schon ganz leicht - an der Oberfläche - krümeliger und nicht mehr so hart. Bis auf den Mangold, der arge Schwierigkeiten hat, scheinen auch alle Pflanzen ganz gut klarzukommen. Eine Riesenernte hatte ich nicht, aber ich habe den Eindruck, was ich mit einer dicken Kompostschicht erreicht habe, erreiche ich in einigen Jahren auch mit leichtem Mulchen.
Geduld und Traditionsbruch
Auch wenn man natürlich an verschiedenen Stellen liest, wie gut und nützlich leichtes Mulchen ist, so ist es doch schon schön, wenn man das selbst erlebt. Und wenn man kleine Veränderungen selbst bemerkt, erkennt man auch, daß Veränderungen nicht schnell wirken können, wenn sie nachhaltig sind. Die einzige "Schwierigkeit" besteht eigentlich nur darin, dies anderen zu erklären. Doch das ist wohl häufig so, wenn mit einer Tradition gebrochen wird. Weitergabe von Erfahrung wird erst (wieder) Tradition, wenn sich die Erkenntnis in der Menge verbreitet hat. Ich beziehe mich dabei mit ein.
* Nachtrag
Es bleibt nicht aus, daß beim Düngen mit der Holzasche auch kleinere Stückchen Holzkohle mit in den Boden eingearbeitet werden. Diese wurden im Laufe der Jahre kleiner (vermutlich durch die Wintererosion) und ich bemerkte auch, daß sich an den kleinen Holzkohlestückchen Erde verklebte und der Boden insgesamt etwas feuchter erschien. Dies hatte ich aber eher so am Rande registriert, ohne daß ich damals daraus sofort weitere Schlüsse gezogen hatte.
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