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Montag, 5. Dezember 2011

Webfund: Tag des Bodens

Für urbane Gesellschaften ist es leider schon eine abstrakte Vorstellung. Aber Grundlage unseres Lebens ist in erster Linie ein intakter Boden. Um daran zu erinnern, gibt es den Tag des Bodens, den 5. Dezember. Und um darauf aufmerksam zu machen, gibt es einen interessanten Blogbeitrag.

>> Weltbodentag

Mittwoch, 4. Mai 2011

Lesestunde - Humuskatechismus aktueller denn je

Humus, Bodenleben und Fruchtbarkeit / Annie Francé-Harrar

Das Buch von Annie Francé-Harrar ist mehrfach lesenswert. Zum einen als Grundlagenlektüre, als Einführung in die Welt der Böden, der Geologie, der Entstehung des Bodens und des eigenen Kosmos' der Bodenlebewesen. Weitgehend durch aufmerksame Beobachtung, weltweit gesammelt, und auch durch akribische Forscherarbeit hat sie ein umfassendes Bild unserer Böden in ihrer Gesamtbetrachtung zusammengetragen.

Gleichzeitig ist dieses Buch aber auch ein kleiner Abriß der bisherigen Arbeit der Autorin. In weltweiten Projekten hat sie sich der natürlichen Bodenverbesserung verschrieben. Sie beschreibt, wie sie die Ausgangssituation analysiert und Rückschlüsse sowohl durch ihre eigenen bisherigen Beobachtungen als auch durch die Forschungsergebnisse ihres Ehemannes, Raoul H. Francé, aus der Welt der Bodenlebewesen zieht, um eine Lösung herzuleiten.

Lesenswert ist das Buch auch aus einem anderen Grund. Geschrieben in den 60er Jahren, basierend auf Beobachtungen und Forschungen aus den davorigen 30 Jahren, beschreibt Annie Francé-Harrar in fast schon beunruhigender Weise heutzutage, über ein viertel Jahrhundert später, aktuelle Themen wie Klimaveränderung, Globalisierungsfolgen, Umwewltprobleme durch Verstädterung und Industrialisierung. Man nimmt ihr ohne Zweifel ab, daß sie sich zumindest auf ihrem Gebiet den Herausforderungen stellt, nach Möglichkeiten der vernünftigen, natürlichen, Stoffrückführung in die Böden sucht und die ganz offensichtlich bereits vor fast 100 Jahren existierenden Probleme der Bodenausbeutung stellt. Unter diesem Aspekt gelesen ist dieses Buch aktueller denn je! Selbst wer sich nicht für Geologie und Mikrobiologie interessiert, sollte dieses Buch unter genau diesem Aspekt lesen. Ein unbedingter Tip.

Ein weiterer Grund, dieses Buch zu empfehlen, ist die Tatsache, daß man es ein drittes Mal lesen kann, um es dann nicht mehr so sehr als einführende Sachbuchlektüre zu betrachten, sondern es schlicht durchzuarbeiten. Viele Tips für einen natürlichen Humusaufbau aber auch handfeste Anleitungen für die Kompostierung von Abfällen werden gegeben. Zwar fallen immer wieder, fast - in Neudeutsch - marketingtechnisch platzierte - Hinweise auf die von der Autorin entwickelten Impfstoffe für die Kompostierung, aber auch so ist es eine nachdenkenswerte Anleitung, wie ein unnatürliches, aber menschlich zwangsläufiges, Großaufkommen organischer Abfälle sinnvoll wieder in den natürlichen Kreislauf eingebracht werden können.

Ein kleiner, sehr subjektiver, Eindruck sei mir noch gestattet. Annie Francé-Harrar hat sich ihren mädchenhaften ungezwungenen Schreibstil, ähnlich einer Anne Frank oder Mary Shelley, erhalten; manch einen unterhält dies, manch anderen nervt das. Dies ist mir zumindest bei den geologischen Ausführungen, die ich bereits durch ein frühes Hobby und aus anderen Fachbüchern kannte, aufgefallen. Aber für ein Sachbuch ist das wohl mehr als unerheblich.

Dienstag, 18. Januar 2011

Humuskatechismus nach Annie Francé-Harrar

I. Gesunderhaltung des Bodens:
a) Struktur,
b) organische Substanz,
c) Edaphon,
d) Wasserführung,
e) Luftzirkulation

II. Wiederherstellung erschöpfter Böden durch:
a) Humuszufuhr,
b) optimal ausgewählte Bebauung,
c) richtige, d. h. nicht schädigende Bearbeitung,
d) richtige Be- und Entwässerung,
e) Fruchtwechsel, Gründüngung, harmonische Mineralversorgung

III. Ständige Eigenproduktion von Humus aus:
a) Zelluloserückständen der Ernten,
b) Rückständen von Haus, Straße, Schuppen, Hausindustrien etc.,
c) optimale Verarbeitung aller dieser Abfälle nach einer ausgeprobten Humifizierungsmethode,
d) Heranziehung von Stadtabfällen zur Humusbereitung

IV. Richtige edaphologische Humusherstellung durch Vermeidung von:
a] ungenügend verrotteten Faulstoffen und Faulorganismen aus Gruben,
b) Zufuhr von Mineralsalzen während einer ungeeigneten Phase des Verrottungsprozesses,
c) falschen und unausgeprobten Kompostierungsmethoden

V. Anwendung des gewonnenen Humus gemäß der Überlegung:
a) jede Ernte kostet Humus,
b) falsche Bodenbehandlung zerstört stets Humus und natürliche Humusbildung,
c) Humus kann nur durch Humus ersetzt werden

VI. Regelmäßiger Ersatz der durch Ernten oder Beweidung dem Boden entnommenen organischen Substanz:
a) durch jährliche Mindestversorgung der Felder mit 3—10 t Humus pro ha,
b) durch 2—3 cm hohe Humusüberschichtung auf dem jeweils abgeernteten Gartenbeet oder um Obstbäume, Weinstöcke etc

VII. Vermeidung von Bodenschädigungen durch:
a) Bearbeitung mit ungeeigneten Werkzeugen,
b) Aushagerung durch mangelhaften Oberflächenschutz,
c) Monokulturen,
d) übermäßige oder unausgeglichene Anwendung von Mineralsalzen, Faulschlamm, Kanalwasser, Stallmist etc.
e) gedankenloses Abbrennen, falsche und übertriebene Anwendung von giftigen Pflanzenschutzmitteln, sei es durch Spritzen oder Begasen

Donnerstag, 25. November 2010

Wußten die Alten mehr, als sie uns verraten haben?

Manchmal frage ich mich, ob man sich neue Gedanken macht, weil man neue Informationen hat und damit alte Beobachtungen neu bewerten möchte, oder ob es wirklich eine gedankliche Weiterentwicklung ist.

Das Thema Boden ist ohne Frage ein spannendes Thema, wenn nicht gar das spannendste überhaupt. Und einen zentralen "Einstiegspunkt" gibt es da definitiv nicht. Verschiedene Fraktionen, verschiedene Sichtweisen, verschiedene Lehrmeinungen, lernt man kennen, taucht man ein in dieses spannende Thema. Einigkeit scheint tatsächlich "nur" bei der Feststellung zu herrschen, daß wir unsere Böden verbrauchen, vergewaltigen, auslöschen. Und daß dies in absehbarer Zeit ein sehr wichtiges globales Thema werden wird, weil es eigentlich jetzt schon ein weltweites Problem darstellt. Einigkeit scheint auch noch darin zu bestehen, daß das Thema Humus-Entstehung noch nicht vollständig erforscht bzw. verstanden wird. Bodenentstehung, geologisch gesehen, ja, aber der lebenserhaltende Humus ist scheinbar noch nicht wirklich komplett entschlüsselt; auch wenn sich einige Fraktionen schon auf der allwissenden Seite wähnen.

Am spannendsten finde ich im Moment das Projekt France-Harrar. Hier versuchen einige sehr ambitionierte Enthusiasten, ein seit Jahrzehnten vergessenes Wissen des Forscherehepaars Raoul Harrar und Anni France-Harrar wiederzubeleben. Und so ganz nebenbei den alles heilenden Mikrobenmix des Edaphon-Impfziegels wiederzufinden. Sehr spannend ist diese Entwicklung und sehr lesenswert ist das zu dem Projekt gehörende Forum. Die Entwicklung der Forenbeiträge ist dabei noch viel spannender als die unglaublich vielen Informationen, die dort zusammengetragen werden.

Eine ähnlich spannende und m.E. fundierte "Basisliga" bildet für mich das inzwischen fast schon zum Mainstream aufgestiegene Thema der Terra Preta. Auch hier sind die wirklich fundierten Hintergrundinfos teils sehr diffus, und auf alle Fälle spärlich gesät. Dieses Thema wird, wie es scheint, von der rein praktischen Seite aus angesteuert. Man versteht's nicht komplett, weiß bzw. bemerkt aber, daß es funktioniert. Und es lohnt sich gerade hier die wenigen ernsthaften Diskussionen längerfristig zu verfolgen. So hat mich - nicht so sehr der Beitrag, aber - die Diskussion zu einem Holzkohle-/Terra-Preta-Beitrag eines Blogs interessiert und nachdenklich gemacht.

Damit komme ich auf meinen eigentlichen Gedanken.
In meinem Sandboden finde ich hin und wieder Dachziegelscherben. Das war auch schon immer so. Und im Gegensatz zu den vielen Quarz-Kiessteinen, die zwangsläufig nach und nach aus dem Boden aufsteigen, durfte ich auch schon früher die gefundenen Tonscherben nicht auslesen. Oma sagte immer "Nein, die müssen drin bleiben". Manchmal ist es ja so, daß alte Erinnerungen erst wieder auftauchen, wenn man eine praktische Relevanz dazu hat. Und jetzt, nach der Lektüre des neuesten Blogkommentars, frage ich mich etwas, worüber ich vor kurzem noch nicht einmal nachgedacht habe. Immer wieder finde ich in der Gartenerde alte, verrostete Eisenteile. Manchmal kann ich nicht mehr erkennen, was es einmal war, so lange muß das schon im Boden gewesen sein. Manchmal erkenne ich Nägel, Scharniere, Riegel, also alles Teile, die irgendwie an irgend einer (Stall-)Tür angebracht waren. Und ich dachte immer, die (Altvorderen) haben das Holz in den Kompost geschmissen und das Eisen ist halt noch da. Doch jetzt lese ich in einem Kommentar (und ich hatte diese Querverbindung auch schon einmal vorher irgendwo gelesen, leider fällt mir die Quelle nicht mehr ein) daß es die eisenhaltige Erdoberfläche ist, die diesen (unseren) Humus entstehen läßt - als neue Erkenntinis, die kürzlich nachgewiesen wurde. Damit sehe ich auf einmal alles rostige Zeugs, was ich wirklich immer wieder in der Gartenerde finde, gänzlich anders.

Und ich frage mich wirklich: was wußten die Alten, ohne es uns zu sagen? (Haben sie sich geschämt, etwas weiterzugeben, was sich nicht 'beweisen' ließ und deshalb ist es in Vergessenheit geraten?) Keine Ahnung...

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Webfund: Nährstoffkreisläufe und Bodenfruchtbarkeit

Bemerkenswerte Ergebnisse, Schlußfolgerungen und eine klare Meinung. Außerordentlich lesenswert für jeden Landwirt und/oder Gärtner mit Nutzgarten.

Sepp Braun Biolandbauer:
>> Nährstoffkreisläufe und Bodenfruchtbarkeit - Erfahrungen aus der Praxis

Dienstag, 28. September 2010

Webfund: Humustoilette und Pflanzenkläranlage nach Hundertwasser

„Natürlich ist es etwas Ungeheuerliches, wenn der Abfallkübel in den Mittelpunkt unserer Wohnung kommt und die Humustoilette auf den schönsten Platz zum Ehrensitz wird. Das ist jedoch genau die Kehrtwendung, die unsere Gesellschaft, unsere Zivilisation, jetzt nehmen muss, wenn sie überleben will.“
Friedensreich Hunderwasser

>> Humustoilette und Pflanzenkläranlage