Dienstag, 18. Januar 2011

Humuskatechismus nach Annie Francé-Harrar

I. Gesunderhaltung des Bodens:
a) Struktur,
b) organische Substanz,
c) Edaphon,
d) Wasserführung,
e) Luftzirkulation

II. Wiederherstellung erschöpfter Böden durch:
a) Humuszufuhr,
b) optimal ausgewählte Bebauung,
c) richtige, d. h. nicht schädigende Bearbeitung,
d) richtige Be- und Entwässerung,
e) Fruchtwechsel, Gründüngung, harmonische Mineralversorgung

III. Ständige Eigenproduktion von Humus aus:
a) Zelluloserückständen der Ernten,
b) Rückständen von Haus, Straße, Schuppen, Hausindustrien etc.,
c) optimale Verarbeitung aller dieser Abfälle nach einer ausgeprobten Humifizierungsmethode,
d) Heranziehung von Stadtabfällen zur Humusbereitung

IV. Richtige edaphologische Humusherstellung durch Vermeidung von:
a] ungenügend verrotteten Faulstoffen und Faulorganismen aus Gruben,
b) Zufuhr von Mineralsalzen während einer ungeeigneten Phase des Verrottungsprozesses,
c) falschen und unausgeprobten Kompostierungsmethoden

V. Anwendung des gewonnenen Humus gemäß der Überlegung:
a) jede Ernte kostet Humus,
b) falsche Bodenbehandlung zerstört stets Humus und natürliche Humusbildung,
c) Humus kann nur durch Humus ersetzt werden

VI. Regelmäßiger Ersatz der durch Ernten oder Beweidung dem Boden entnommenen organischen Substanz:
a) durch jährliche Mindestversorgung der Felder mit 3—10 t Humus pro ha,
b) durch 2—3 cm hohe Humusüberschichtung auf dem jeweils abgeernteten Gartenbeet oder um Obstbäume, Weinstöcke etc

VII. Vermeidung von Bodenschädigungen durch:
a) Bearbeitung mit ungeeigneten Werkzeugen,
b) Aushagerung durch mangelhaften Oberflächenschutz,
c) Monokulturen,
d) übermäßige oder unausgeglichene Anwendung von Mineralsalzen, Faulschlamm, Kanalwasser, Stallmist etc.
e) gedankenloses Abbrennen, falsche und übertriebene Anwendung von giftigen Pflanzenschutzmitteln, sei es durch Spritzen oder Begasen

Dienstag, 21. Dezember 2010

kleine Versuche - Zwischenstand

dritter Bokashi-Versuch:
(EM1)
1. Woche ca. 100 ml Sickerflüssigkeit, hell, säuerlich riechend, stinkt nicht; Indikatortest: pH 5,4

zweiter Bokashi-Versuch:
3. Woche ca. 500 ml Sickerflüssigkeit, hell, säuerlich riechend, wieder dünnflüssig, stinkt nicht; Indikatortest: pH 5,8
4. Woche ca. 700 ml Sickerflüssigkeit, hell, säuerlich riechend, dünnflüssig, stinkt nicht; Indikatortest: pH 5,6

Bokashilagerung:
1x mit Holzkohle versetzt (stinkt nicht mehr)
1x in Brühe gelagert

Vermikultur:
keine Aktivität erkennbar, mit Holzkohle versetztes Bokashi schimmelt nicht, 'unbehandeltes' Bokashi schimmelt; Temperatur 5°C

Freitag, 10. Dezember 2010

Heilsbringer Biokohle?

Der Begriff verwirrt zunächst ein wenig. Die sogenannte Biokohle bzw. Biochar hat nichts mit dem glücklichen Ei oder dem vor Urkraft strotzenden Kohlrabi von nebenan zu tun. Als Biochar wird die aus allem möglichen organischem Abfall hergestellte Kohle bezeichnet.

Das schweizerische Delinat Institut hat in diesem Jahr einen etwas breiter angelegten Versuch mit Kleingärtnern durchgeführt. Sie haben Biochar in Erde gebuddelt und nun berichtet, was sich auf den Beeten getan hat. Die Auswertung ist etwas verhalten ausgefallen. Und sicherlich nur ein erster Schritt zu weiteren Experimenten.

Bodenveränderung ist halt ein bißchen komplex und nur schwer vereinbar mit der verständlichen menschlichen Ungeduld bei Experimenten. Wird mir bestimmt im nächsten Jahr auch so gehen.

>> Terra Preta ist nicht Biochar
>> Biokohleversuche in Kleingärten - erste Ergebnisse