Das winterliche Küchenbokashi ist auf dem Versuchsbeet gelandet. Und nach meinem zweiten "Bokashi-Winter" möchte ich ein paar Gedanken hierzu festhalten.
Nach dem ausgiebigen Schnippeln der Küchenreste im vorletzten Jahr hatte ich in diesem Winter nicht mehr so viel Enthusiasmus. Auch hatte ich in diesem Jahr auf die Vorfermentierung im Bokashi-Eimer verzichtet. Daher wanderten die Küchenabfälle wie sie anfielen direkt in das Bokashi-Faß. Zwar hatte ich die Abfälle ordentlich angedrückt und immer wieder mit Holzkohlestaub und Katzenstreu abgedeckt. Doch eine Zwischenkontrolle im Winter hatte stechenden Amoniakgeruch ergeben. Ein sicheres Zeichen, daß die Stickstoffumwandlung einen anderen Weg nimmt, als man ihn sich wünscht. Abhilfe verschaffte ein Feststampfen des Bokashis mit unglaublichem Kraftaufwand. Danach war Ruhe. Und es paßte auch in etwa die gleiche Menge Küchenreste in die Tonne wie im vorletzten Jahr, als alles kleingeschnippelt wurde. Heraus kam im Frühjahr nun die gleiche säuerlich riechende Pampe. Alles Matsch; und ich denke, bei sorgfältiger Komprimierung - aber nur dann - könnte man sich das Zerkleinern der Küchenabfälle durchaus ersparen.
Ein kleines Problem bei der "Direktverarbeitung" im Faß gibt es aber schon. Das Bokashi schmort im eigenen Saft, was man nach dem Ausbringen durchaus "spürt". Warum auch immer - Sauerkraut gedeiht erst richtig, wenn es abgetaucht ist, Salzgurken gären ebenfalls in ihrer Lake. Nur eben die milchsaure Fermentierung des Bokashi sollte doch etwas trockener verlaufen. Warum? - "Weil's sonst stinkt." Eine andere Erklärung habe ich nie bekommen und habe ich auch selbst nicht gefunden. Auffällig war nur, daß das Bokashi "gefälliger" war, wenn auch Hefe mitgespielt hat. Sei es nun im "original" EM oder in der Selbstbrauvariante. Doch die anfallende Sickerflüssigkeit war immer das Problem. Erst Recht bzw. insbesondere, wenn man von Beginn an im Faß fermentiert. Da hilft scheinbar auch nicht wirklich die hinzugefügte Holzkohle. Obwohl Holzkohle sehr viel Flüssigkeit aufnimmt, bleibt das Substrat sehr feucht im Faß. Das wirkt sich dann aus, sobald man das Substrat ausbringt.
Sowohl im letzten als auch in diesem Jahr blieb das Ausbringen des Terra-Preta-Substrates nicht ohne Spuren, zumindest olfaktorisch. In diesem Jahr kurzzeitig sogar ganz schön gemein. Das sollte man also berücksichtigen. Im Großen wie im Kleinen und ohne daß man es erklären kann, einfach hinnehmen - die Brühe muß abgelassen werden, sonst stinkt es, sobald Sauerstoff an den Saft gelangt. Oder, anders gesagt, man sollte immer zusehen, daß das Bokashi halbwegs trocken bleibt.
Stellt man sein Bokashi im Kleinen bspw. in einem Bokashi-Eimer her, so hat man diese "Sorgen" nicht. Wohl aber scheint es auch so, daß man es nicht direkt verwenden sollte. Meine Aussaatexperimente hierzu laufen noch.
Dienstag, 10. April 2012
Montag, 26. März 2012
Keimhemmer Bokashi
Überraschung oder nicht. Das ist wohl garnicht die Frage. Im letzten Jahr ist mir sowohl bei meinem Topfversuch, als auch auf dem Terra-Preta-Beet aufgefallen, daß in den Bokashi-Substraten sehr wenig Unkrautsaat aufgegangen ist. Im beiden Fällen - sowohl in den Töpfen, als auch auf den Beeten, hatte ich Gartensand, oberflächlich von einem alten Spargelbeet zusammengekratzt, hinzugegeben. In den Beeten hatte ich diese Garten-"erde" mit dem jeweiligen Substrat vermischt, in die Töpfe hatte ich drei Schichten gefüllt: zuunterst ebendiesen Sand, dann jeweils das zu testende Substrat und darüber nochmals zwei, drei cm den Gartensand. Im Laufe der Zeit lief alles auf, was sich an Samen in der zusammengekratzten Erde befand. Aber eben nicht im Bokashi-Topf und auch nicht auf dem Terra-Preta-Beet.
Ich hatte im letzten Jahr ob dieses Phänomens etwas herumgefragt und Antworten in diese Richtung erhalten: "Kann nicht sein." "Bei Deinen Experimenten - wer weiß, was da für Bakterien im Spiel sind, bestimmt keine EM."
Das hat mich dazu motiviert, im Winter noch einmal fleißig zu schnippeln und nochmals Küchenbokashi anzusetzen. Sogar ganz streng mit EM1. Dann habe ich nochmals Töpfe befüllt: zuunterst Gartenerde, dann das Bokashi und darüber nochmals - 3 cm - Gartenerde. Dazu jeweils einen Referenztopf nur mit Gartenerde. Diese Töpfe belege ich nun im Zweiwochenrhythmus mit Kressesaat. Die erste ist bereits aufgegangen. Aber eben nur in dem Topf ohne Bokashi. Wobei die Samenkörner als Lichtkeimer das Bokashi definitiv nicht berührt haben.
Ich bin 'mal gespannt, wie viele Wochen dieses Phänomen anhält.
Ich hatte im letzten Jahr ob dieses Phänomens etwas herumgefragt und Antworten in diese Richtung erhalten: "Kann nicht sein." "Bei Deinen Experimenten - wer weiß, was da für Bakterien im Spiel sind, bestimmt keine EM."
Das hat mich dazu motiviert, im Winter noch einmal fleißig zu schnippeln und nochmals Küchenbokashi anzusetzen. Sogar ganz streng mit EM1. Dann habe ich nochmals Töpfe befüllt: zuunterst Gartenerde, dann das Bokashi und darüber nochmals - 3 cm - Gartenerde. Dazu jeweils einen Referenztopf nur mit Gartenerde. Diese Töpfe belege ich nun im Zweiwochenrhythmus mit Kressesaat. Die erste ist bereits aufgegangen. Aber eben nur in dem Topf ohne Bokashi. Wobei die Samenkörner als Lichtkeimer das Bokashi definitiv nicht berührt haben.
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| Substrat zwei Wochen in den Töpfen gekeimte Kresse im Referenztopf - rechts Bokashi unter dem Substrat |
Donnerstag, 2. Februar 2012
Webfund: 10 Terra Preta Antworten von Prof. Dr. Bruno Glaser
Ein kleines E-Mail-Interview mit Prof. Dr. Bruno Glaser - sehr schön...
>> Chaos Garten: 10 Terra Preta Antworten
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